Geänderte Meldepflichten für Solarstromanlagen und Speicher

25. Oktober 2017

Geänderte Meldepflichten bei Solarstromanlagen

Zum 1. Juli ist (mehr oder weniger unbemerkt) die Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) in Kraft getreten. Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist ein umfassendes behördliches Register des Strom- und Gasmarktes und  ersetzt als zentrale, einheitliche Meldestelle das bisherige PV-Meldeportal und das Anlagenregister, bei denen Energieerzeugungsanlagen bisher gemeldet werden.

Künftig müssen neben der reinen Leistung einer PV-Anlage unter anderem auch deren geografische Lage in Längen- und Breitengraden, die Anzahl der Module sowie Haupt- und Nebenausrichtung nebst jeweiligem Neigungswinkel gemeldet werden. Die Meldung erfolgt bei der Bundesnetzagentur(BNetzA) über ein Webportal , alle Daten sollen öffentlich zugänglich sein.

Die Meldepflicht gilt auch für alle Bestandsanlagen, die direkt oder indirekt mit dem Netz verbunden sind. Die Betreiber müssen diese Angaben – nach Übergangsfristen – manuell nachmelden.

 

Meldepflicht auch für PV-Speicher

Auch Speicher müssen registriert werden, da sie nach §3 EEG nicht als Teil der PV-Anlage begriffen werden, sondern als eigenständige EEG-Anlage, obwohl sie keinen Strom erzeugen und keine eigene Vergütung erhalten. Die Registrierungspflicht besteht vorerst nur für Speicher, die nach dem  01.08.2014 (dem Start des Anlagenregisters) in Betrieb gingen.

 

Verstöße gegen die Meldepflicht haben Folgen

Der Netzbetreiber wird künftig die EEG-Vergütung erst zahlen, nachdem die Anlage vom Betreiber im Marktstammdatenregister eingetragen wurde. Die Meldefrist beträgt einen Monat nach Inbetriebnahmedatum der Anlage.

Wird die Registrierung versäumt, wirkt sich dies allerdings nur auf die Fälligkeit, nicht aber auf den grundsätzlichen Anspruch auf die Förderung aus. Eine verspätete Registrierung wird mit einem 20-prozentigen Vergütungsabschlag für die Zeit bis zur Registrierung geahndet.

Betreibern von Energieerzeugungsanlagen und Stromspeichern drohen hohe Bußgelder, wenn sie den Meldepflichten nicht nachkommen. Die BNetzA kann Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängen.

 

Marktanlagenregister noch nicht online

Die Anlagenbetreiber sind über die komplexe Thematik nur unzureichend informiert, außerdem ist das Marktstammdaten-Onlineregister noch nicht in Betrieb, obwohl die beschriebenen Meldepflichten seit 01.07. 2017 in Kraft sind. Daher können (und müssen) Solarstromanlagen weiterhin über das PV-Meldeportal registriert werden. Die Meldung von Speichern ist dort allerdings z. Zt. nicht möglich.

Die Bundesnetzagentur betont, dass selbstverständlich keine Bußgeldverfahren für Verzögerungen eingeleitet werden, die sich aus der verspäteten Verfügbarkeit des Webportals ergeben.

Archive