Nachhaltiger Technologietransfer – Solarstrom für Tansania

Im September dieses Jahres erhielten in ehrenamtlicher Mission eine Schule in Bagamoyo sowie ein Krankenhaus in Lutindi jeweils ihre Solarstromanlage. Wagner & Co Solartechnik sowie zahlreiche andere Unterstützer sorgten für diesen nachhaltigen Technologietransfer nach Tansania.

Aufbau der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mwasama Pre- and Primary-School in Bagamoyo / Tansania.

Aufbau der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mwasama Pre- and Primary-School in Bagamoyo / Tansania.

18. Oktober 2012

Ein Hauch von Luxus dank Solarstrom
Eine stabile Stromversorgung, für uns selbstverständlich, ist in Tansania Luxus, gerade in ländlichen Regionen. Regelmäßige Stromausfälle gehören zum Alltag und erschweren diesen erheblich. 

Doch dank der sehr guten und langjährigen Kontakte nach Deutschland haben die Mwasama Pre- and Primary-School in Bagamoyo sowie das Lutindi Mental Hospital in Lutindi nun jeweils eine Solarstromanlage erhalten, die für eine stabile und unabhängige Stromversorgung sorgen. 

Über die Hintergründe der beiden Projekte haben wir bereits ausführlich berichtet. Stabile Stromversorgung für Schule und Klinik in Tansania 

Gemeinsam lässt sich die Welt ein Stück nachhaltig verändern
Die Planung, Koordination und Materialakquise der beiden Projekte erfolgte durch Peter Hoenen, Ingenieur und Produktmanager für die netzautarken Inselsysteme bei Wagner & Co Solartechnik, der bereits zahlreiche dieser Inselprojekte realisiert hat. Hoenen war auch bei der Installation der beiden Solaranlagen vor Ort, um seine Erfahrungen einzubringen und sich tatkräftig an der Montage zu beteiligen. 

Werner Blauth, Mitglied des Freundeskreises Bagamoyo und Leiter des Lutindi Mental Hospitals, sorgte mit seinem Sohn dafür, dass der Frachtcontainer mit den Solaranlagen rechtzeitig im tansanischen Hafen von Dar es Salaam freigegeben wurde. Doch damit nicht genug. Die vielen einzelnen Komponenten und Solarmodule mussten schließlich noch in das ca. 75 km entfernte Bagamoyo und das in den Bergen liegende rund 300 km entfernte Lutindi transportiert werden. Dem Engagement und Einsatz von Herrn Blauth war es zu verdanken, dass alle erforderlichen Komponenten zur rechten Zeit am richtigen Ort waren. 

Die Installation der Solarstromanlage in Bagamoyo dauerte zwei Tage. Installiert wurden insgesamt 18 REC-Solarmodule. Die Leistung des 1-phasigen AC-gekoppelten Inselsystems mit SMA-Wechselrichtern beträgt 4,2 kWp. 

Die Montage der größeren Solarstromanlage in Lutindi dauerte vier Tage. Hier wurden 90 REC-Solarmodule installiert. Die Leistung des 3-phasigen AC-gekoppelten Inselsystems mit SMA-Wechselrichtern beträgt 21 kWp. 

Der Solarmodulhersteller REC sponserte die insgesamt 108 Solarmodule für beide Solaranlagen sowie die Hauptkomponenten des Inselsystems für Lutindi. 

Die Bethel Mission aus Bielefeld (heute Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel), die das Lutindi-Mental-Hospital vor über 100 Jahren gründete, beteiligte sich finanziell an der Solaranlage in Lutindi. 

Die Reiner Lemoine Stiftung aus Neuss, die u.a. Entwicklungshilfe mit Bezug zu regenerativen Energien unterstützt, beteiligte sich an der Finanzierung des Projektes in Bagamoyo. 

Die Firma STAPEL GmbH aus Ahlen, ein langjähriger Partner von Wagner & Co Solartechnik, hat mit einem eigenen Team aus vier Handwerkern ehrenamtlich für den Aufbau der beiden Solarstromanlagen gesorgt. Mit dem Projekt nimmt die Firma STAPEL an dem Wettbewerb „Sterne des Handwerks“ teil.

Durch den Kontakt von Peter Hoenen konnte der tansanische Partner von Wagner & Co Solartechnik, die Firma Ensol aus Dar es Salaam, für die Wartung der Solaranlagen in Bagamoyo und Lutindi gewonnen werden. Somit ist ein jahrelanger störungsfreier Betrieb der beiden Solarsysteme gewährleistet.

Die beiden Projekte sind schöne und nachahmenswerte Beispiele für nachhaltigen Technolgietransfer.

 

Autor: Karin Weckesser

Aufbau der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Lutindi Mental Hospitals in den Usambara-Bergen von Tansania.

Aufbau der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Lutindi Mental Hospitals in den Usambara-Bergen von Tansania.

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