Sonnenaufgang in der Türkei

5. Januar 2012

Training in Turkey

Solarschulung in der Türkei

Cölbe, 05. Januar 2012. Die Türkei boomt. Wirtschaftlich geht es dem Land am Bosporus so gut, dass manch einer aufgrund des rasanten Wachstums bereits vom „China Europas“ spricht. Aber das Wachstum hat seinen Preis, und dieser Preis ist Energie. Hier liegt die Schwachstelle des türkischen Wirtschaftswunders, denn der größte Teil der fossilen Energie, auf dem die florierende Wirtschaft basiert, muss importiert werden – zu ständig steigenden Preisen. Aus diesem Grund wächst in der Türkei das Interesse an erneuerbaren Energien, zumal die Türkei seit 2010 Mitglied des Kioto Protokolls ist und bis 2020 ihren CO2 Ausstoß reduzieren muss.

 

Steigende Energiepreise führen zum Boom von Solaranlagen
Obwohl die türkische Regierung bisher keine Förderung für Solarstrom und Solarwärme etabliert hat, ist der Markt inzwischen für Investoren erfreulich attraktiv geworden. „Unabhängig vom Energieträger steigen die Energiepreise seit langem jährlich um etwa 20% an“, berichtet Veli Mesir vom österreichischen Wagner & Co Partnerunternehmen Lemsolar, das zusammen mit Wagner & Co in der Nähe von Antalya eine erste Schulung für lokale Fachpartner veranstaltet hat. „Es wird so weitergehen“, ist Mesir überzeugt: „Wir haben zudem in der Türkei nicht überall Gas, besonders nicht im Süden, wo es tausende Hotels und Ferienanlagen gibt. Diese verwenden teures Heizöl oder Flüssiggas. Und zurzeit gibt es kaum Solarfirmen, die Großanlagen richtig auslegen und montieren können. Deshalb haben wir eine große Nachfrage, besonders von Ferienanlagen, Hotels und auch Studentenwohnheimen.“

Hoteleingang zur Schulung in der Türkei

Veranstaltungsort der Schulung in der Türkei/5-Sterne Hotel in der Nähe von Antalya

Großes Interesse an Solarschulung für türkische Fachpartner
Emanuele Fè d´Ostiani von Wagner & Co merkt an, dass einigen Interessenten sogar abgesagt werden musste, weil die Schulung, die Anfang Dezember stattfand, ausverkauft war. „Es gab 35 Teilnehmer – und noch mehr Anmeldungen.“ In der Veranstaltung, die im Kino eines fünf Sterne Hotels in der Nähe von Antalya abgehalten wurde, sollten vor allem die solartechnischen Grundlagen gelegt werden. Die Seminarthemen deckten die Bereiche Systemtechnik, Produkte und Planung ab. Fè d´Ostiani: „Wir fanden auch Gelegenheit über konkrete laufende Projekte zu sprechen. Insgesamt kam die Schulung bei den Teilnehmern ausgesprochen gut an.“

Türkischer Energiesektor im Umbruch
Auch im Energiesektor ist die Türkei also in Bewegung und große Umbrüche stehen bevor. Beispielsweise werden zukünftig in Istanbul nur noch elektrisch betriebene Taxis zugelassen, und in vielen Städten wurden bereits Busse mit Elektromotoren angeschafft, die zum Teil bereits in Betrieb sind. Was liegt näher, als den hierfür notwendigen Strom mithilfe der reichlich scheinenden Sonne zu erzeugen? In dieser Hinsicht ist die türkische Politik investorfreundlich: Privatpersonen dürfen Solarstromanlagen bis zu 500 Kilowatt Spitzenleistung errichten. Zum Vergleich: In Deutschland sind Anlagen von mehr als 30 Kilowatt Leistung nur auf Antrag möglich.

Im Frühjahr 2012 wird die türkische Regierung die Einspeisevergütung für Solarstrom festlegen, was die rechtlichen Rahmenbedingungen sicherstellt und die Attraktivität des Marktes weiter steigern wird. Lemsolar und Wagner & Co sind vorbereitet: Laut Dipl. Ing. Emanuele Fè d´Ostiani ist bereits eine anspruchsvolle Schulung zur Photovoltaik (Solarstrom) geplant, und für Solarwärmesysteme wird der Weg bereits vielerorts durch regionale Baupflichten geebnet: neue Bauprojekte müssen mit Systemen zur solaren Warmwasserbereitung ausgestattet sein – unabhängige, saubere Energieerzeugung gänzlich ohne teuer importierte Brennstoffe!

 

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