Wagner & Co Solartechnik protestiert gegen drastische Kürzung der Solarförderung

24. Februar 2012

Die Belegschaft von Wagner & Co Solartechnik demonstriert in Kirchhain vor der Kollektorfabrik gegen die geplante Kürzung der Solarförderung

Cölbe, 24. Februar 2012. In mehreren deutschen Städten gingen gestern tausende Beschäftigte der Solarbranche auf die Straße, um gegen die von Wirtschaftsminister Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) ausgehandelten drastischen Kürzungspläne, zu demonstrieren. Die Belegschaft des Solarunternehmens Wagner & Co mit Sitz in Cölbe und Kirchhain protestierte gegen die Kürzungspläne mit einer symbolischen Werksschließung.

 

Protest gegen Förderkürzung und Argumente für Nutzen der Solarenergie
Auf Plakaten und Bannern brachten die MitarbeiterInnen von Wagner & Co ihren Protest zum Ausdruck und forderteten den Bundeswirtschaftsminister auf, die Kürzungspläne fallen zu lassen. Christof Biba, Mitglied der Geschäftsleitung bei Wagner & Co, warnte: „Die Energiewende kann nur Wirklichkeit werden, wenn die Politik das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) nicht radikal verändert. Seit 2008 hat sich die Vergütung für Solarstrom bereits halbiert, der Anteil am Strommix beträgt 4%. Die völlig überzogenen Kürzungspläne bedrohen die gesamte Solarbranche in Deutschland und damit über 100.000 Arbeitsplätze.“ Biba hob hervor, dass bei der Diskussion um die Solarenergie in den Medien vor allem die Kosten in den Vordergrund gerückt werden, nicht aber der Nutzen. Solarstrom erreicht bereits in diesem Jahr das Preisniveau von Haushaltsstrom. Bis 2020 kann Solarstrom mehr als 10% des Strombedarfs in Deutschland decken. Die Umlage auf den Strompreis wird dabei von derzeit 2 Cent pro kWh nur noch minimal erhöht, obwohl die energieintensive Industrie nicht an den Kosten beteiligt wird. 

Protestaktion unter Beteiligung der regionalen Politik
An der Protestaktion in Kirchhain nahmen auch Politiker aus der Region teil. Dr. Franz Kahle, Bügermeister der Universitätsstadt Marburg, betonte, dass mit der Photovoltaik gerade die regionale Wertschöpfung gestärkt wird. So profitieren von dem Ausbau der Solarenergie nicht nur die in Deutschland angesiedelten Solarunternehmen, sondern auch die vielen regionalen Handwerksbetriebe und privaten Betreiber einer Solarstromanlage. Vertreter der Kommunen brachten zum Ausdruck, dass mit der geplanten Kürzung der Solarförderung  jegliche Planungssicherheit verloren geht. Deutschlandweit versuchen Kommunen ihre Energieversorung, unter Beteiligung der BürgerInnen, selbst in die Hand zu nehmen. Die regionalen Wirtschaftsstandorte sollen damit gestärkt und die Arbeitsplätze in der Region erhalten werden. Die Kürzungspläne der Bundesregierung könnten solche Vorhaben zunächst auf Eis legen.

Christof Biba und Thomas Payer, Mitglieder der Geschäftsleitung bei Wagner & Co Solartechnik, während der symbolischen Abhängung eines Solarmoduls

Symbolische Werksschließung
Christof Biba und Thomas Payer machten auf die drastischen Folgen der Förderkürzung aufmerksam und verhängten symbolisch ein Solarmodul mit einem Tuch, auf dem die Sonne mit abgebrochenem Sonnenstrahl als Motiv abgebildet war. Zudem verließen die MitarbeiterInnen von Wagner & Co für kurze Zeit das Werksgelände. In Deutschland könnte für viele Solarunternehmen das Licht ausgehen.

 

 

 

Hintergrundinformationen – geplante Förderkürzung
Die geplanten Kürzungen reichen von 20 Prozent bei Kleinanlagen bis zu über 30 Prozent bei größeren Anlagen und Freiflächenanlagen. Zudem sollen nur noch 90 Prozent des Stroms komplett zu garantierten Preisen abgenommen werden, bei Kleinanlagen sogar nur noch 85 Prozent. Der restliche Strom muss entweder selbst verbraucht oder vermarktet werden. Ab Mai wird die Förderung zusätzlich um 0,15 Cent für alle Solarstromanlagen jeden Monat gekürzt.

 

Warum Solarstrom unverzichtbar ist für die Energiewende
pdfeeg2012_argumente.pdf

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Photovoltaik ist höher als die Kosten



Quelle: BSW-Solar

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